Über die EMDR-Therapie

Was bedeutet EMDR?

EMDR steht für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ – auf Deutsch: Desensibilisierung und Neuverarbeitung durch Augenbewegungen. Es ist eine strukturierte Form der Psychotherapie, die darauf abzielt, belastende und traumatische Erinnerungen neu zu verarbeiten, sodass sie nicht länger starke emotionale und körperliche Reaktionen auslösen.

 

Woher kommt EMDR?

Die Methode wurde Ende der 1980er-Jahre von der amerikanischen Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelt. Sie entdeckte, dass das Fokussieren auf die belastendsten Aspekte einer Erinnerung und die gleichzeitige bilaterale Stimulation, insbesondere durch Augenbewegungen, zu einer deutlichen Reduktion der Belastungssymptome führt. 

Wissenschaftliche Evidenz

 EMDR gilt als wissenschaftlich gut geprüft, insbesondere bei der Behandlung der PTBS. Zahlreiche Studien zeigen, dass EMDR die Beschwerden deutlich reduzieren kann und oft schneller wirkt als traditionelle Therapieverfahren. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die EMDR-Therapie aus ihren Anfängen zu einer dynamischen Psychotherapieform entwickelt, die sehr viel Forschung angestoßen hat und auch hohe Effektivität bei den weiteren genannten Krankheitsbildern zeigt (Quelle: EMDR Institute, Inc.).


Für wen eignet sich EMDR?

EMDR wurde ursprünglich zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) entwickelt und gilt hier als gut erforscht und wirksam. Darüber hinaus wird EMDR auch bei folgenden Beschwerden sinnvoll und effektiv eingesetzt: 

 

  • Ängste und Panikstörungen
  • Anpassungsstörungen
  • Bipolare Störungen
  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Phobien
  • Schmerzstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Zwangssymptome
  • Bindungsthemen und niedriges Selbstwertgefühl
  • Belastungen nach Unfällen, Gewalterfahrungen oder Verlusten

 

 

Wann ist EMDR nicht geeignet?

EMDR-Anwendungen sind nicht geeignet bei:

 

  • akute Psychosen
  • Epilepsie
  • nicht einstellbare Hypertonie
  • bestimmte Augenerkrankungen

 

Bei Augenerkrankungen kann auf alternative Stimulationsformen wie Tapping (bilaterale Berührungsimpulse) ausgewichen werden.


Wie wirkt EMDR?

 

EMDR nutzt bilaterale Stimulation (z. B. Augenbewegungen, Tapping oder auditive Reize), während eine belastende Erinnerung aktiviert wird. Das Ziel ist, diese Erinnerung in das Gedächtnis zu „integrieren“ und ihre emotionale Intensität zu reduzieren. Dadurch wird die Erinnerung nicht gelöscht, aber sie verliert ihre störende, psychosomatisch belastende Wirkung. 

Dabei geht man davon aus, dass traumatische und andere belastende Lebensereignisse nicht ausreichend verarbeitet, sondern dysfunktional als krankheitsverursachende Erinnerungen abgespeichert werden. Diese rufen vielfältige vom Patienten erlebte Leiden hervor. In der EMDR-Therapie werden diese belastenden Erinnerungen fokussiert und anschließend mit Augenbewegungen stimuliert. Der dadurch in Gang gesetzte Verarbeitungsprozess trennt die reine Information von der daran angehängten belastenden Emotion (Desensibilisierung) und kann damit das Geschehene weiter verarbeiten und stimmiger ins eigene Leben integrieren (Neuverarbeitung). EMDR bewirkt eine deutliche Entlastung des vegetativen Nervensystems.

Ina Lehmann 2026 ~ IL Therapie ~ ICHOLOGIE ©

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